Archäologische Untersuchungen auf REWE-Areal bringen erste Ergebnisse

05.12.2018

Bevor neue Baugebiete ausgewiesen werden dürfen, müssen zahlreiche Untersuchungen durchgeführt werden. Unter anderem werden Flächen auch archäologisch untersucht, um damit bedeutende Funde zu sichern. So ist es auch bei der Ansiedlung des REWE-Logistikzentrums an der Autobahn 45 in Wölfersheim. Bereits seit einigen Jahren ist bekannt, dass sich in diesem Bereich eine jungsteinzeitliche Fundstelle befindet. Immer wieder kam es dort zu Lesefunden, also Funden, die durch die landwirtschaftliche Bearbeitung der Fläche zu Tage kamen. Dementsprechend umfangreich sind die Maßnahmen, um diese Funde zu sichern und für die Nachwelt zu dokumentieren. Wie die Kreisarchäologie mitteilt, bringen die archäologischen Untersuchungen nun erste Ergebnisse.

 

Als erster Schritt der Untersuchungen wurde eine geophysikalische Untersuchung durchgeführt, mit deren Hilfe geringste Störungen (geophysikalische Anomalien) des Erdmagnetfeldes erfasst werden können. Bei günstigen Bodenbedingungen können Bodeneingriffe, die tausende von Jahren zurückliegen, erfasst werden. Im Falle des Berstädter Feldes zeigten sich große Grubenkomplexe. Mit Hilfe der bisher angelegten Grabungsschnitte zeigte sich, dass es sich hierbei um Materialentnahmegruben (zum Lehmabbau) gehandelt hat. Das geborgene Fundmaterial stammt aus der mittleren Jungsteinzeit. Außer den Lehmgruben, die zur Gewinnung von Baumaterial genutzt wurden, konnten Pfostengruben der jungsteinzeitlichen Häuser in den Grabungsschnitten erfasst werden. Schon jetzt ist zu erkennen, dass einige komplette Hausgrundrisse dokumentiert werden können. Die Siedlung ist nach dem bisherigen Kenntnisstand in die sog. „Rössener Kultur“ um 4600 vor Christus zu datieren.
Nach einer Winterpause werden die Untersuchungen im Frühjahr 2019 fortgeführt. Auswirkungen auf den weiteren Verlauf der REWE-Ansiedlung haben die Funde nicht. „Wir arbeiten eng mit der Kreisarchäologie und HessenArchäologie zusammen, und es wurde von Beginn an genügend Zeit eingeplant, um entsprechende Funde für die Nachwelt sichern zu können. Es freut mich sehr, dass der Leiter der Kreisarchäologie Herr Dr. Lindenthal auch im Rahmen eines Tages der offenen Grabung informieren möchte.“ zeigt sich Bürgermeister See begeistert. Dieser Informationstag soll im Laufe der zweiten Grabungskampagne stattfinden.

 




 
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