Weingartenstraße wird grundhaft saniert

Umfangreiche Bürgerbeteiligung und intensive Parlamentsberatung

12.07.2011

Die Weingartenstraße im Wölfersheimer Ortsteil Södel ist verkehrstechnisch eine absolute Herausforderung und beschäftigt die Gemeindeverwaltung schon seit langem. Bereits im vergangenen Jahr hat eine Bürgerversammlung stattgefunden, in deren Rahmen gemeinsam mit Bürgermeister Rouven Kötter die Möglichkeiten einer Verkehrsberuhigung der Straße diskutiert wurden. Insbesondere der umfangreiche Verkehr zur Sporthalle, zum Kindergarten und zur Grundschule sowie die große Anzahl der parkenden Fahrzeuge auf der Straße sorgen für Unmut und unübersichtliche Verkehrsverhältnisse. Die Bürgerversammlung ergab leider kein einheitliches Meinungsbild, und auch der eingeschaltete Verkehrsplaner konnte die unterschiedlichen Bedürfnisse der Anwohner nicht unter einen Hut bringen. Neben der verkehrstechnischen Problematik steht die Weingartenstraße aber auch aufgrund ihres baulichen Zustandes auf der politischen Agenda. Ein ingenieur-geologisches Gutachten hat erwiesen, dass die Straße grundhaft saniert werden muss, da stellenweise Reparaturmaßnahmen für eine dauerhafte Verkehrssicherung nicht mehr ausreichen. Aus diesem Grund stand die Weingartenstraße unlängst auf der Tagesordnung des Bauausschusses und der Gemeindevertretung der Gemeinde Wölfersheim. Das Parlament hat den Startschuss für die Planungen gegeben, um die Weingartenstraße im Jahr 2013 grundhaft zu sanieren.

Wie Bürgermeister Rouven Kötter im Rahmen der sehr gut besuchten Bauausschusssitzung informierte, handelt es sich bei dieser Sanierungsmaßnahme um ein recht außergewöhnliches Projekt. Eine der Herausforderungen liegt im Hangbereich zum Herrengarten, der umfangreich baulich gesichert werden muss. Darüber hinaus besteht eine Schwierigkeit in der Zufahrt zu den Grundstücken während der Baumaßnahme. Die Straße muss streckenweise voll gesperrt werden, so dass eine Zufahrt zu den dahinter liegenden Anliegern und zu Kindergarten und Turnhalle nicht mehr möglich wäre. Aus diesem Grund wird ein Feldweg auf einer Breite von 5,50 m ausgebaut, um den Anliegern auch während der Baumaßnahme die Möglichkeit zu geben, zu ihren Grundstücken zu gelangen. Die Planung sieht jedoch vor, diesen Wirtschaftsweg nicht nur provisorisch zu verbreitern, sondern diese Baumaßnahme so durchzuführen, dass auch dauerhaft in diesem Bereich Begegnungsverkehr möglich ist. Dies könnte zu einer verkehrstechnischen Entlastung der Weingartenstraße führen. Neben dem eigentlichen Straßenbauprojekt, der angesprochenen Hangsicherung und der Verbreiterung des Zufahrtsweges werden auch Kanal- und Wasserversorgung angepackt. Insgesamt beläuft sich die Kostenschätzung für das Projekt auf rund 1,45 Mio. Euro, wovon sich ca. 530.000 Euro auf den eigentlichen Straßenbau beziehen. Diese Kosten werden laut Straßenbeitragssatzung der Gemeinde anteilig auf die Anlieger umgelegt.

Die weitere Vorgehensweise bei der Planung und Bauumsetzung sieht vor, sowohl die betroffenen Bürgerinnen und Bürger als auch die Parlamentarier umfangreich zu beteiligen. Nachdem das Parlament auf Anraten des Bauausschusses nun den Startschuss gegeben hat, soll nach der Sommerpause in einer Bürgerversammlung die künftige Verkehrsberuhigung diskutiert werden. Bürgermeister Kötter macht sich jedoch keine Illusionen, hier eine Lösung zu finden, die allen Beteiligten gerecht wird. „Die Interessen und Wünsche liegen schlichtweg zu weit auseinander. Es gibt Anwohner, die wünschen sich eine Einbahnstraße, andere wiederum fürchten sich vor der damit einhergehenden Geschwindigkeitserhöhung. Manche Anwohner plädieren für markierte Parkplätze auf der Straße, andere wiederum bevorzugen die vorhandene freie Parkplatzwahl. Es gibt Anwohner, die sich Baumscheiben wünschen, andere wiederum wollen dies nicht. Insbesondere seitens des Kindergartens und der Anlieger mit kleinen Kindern werden verkehrsberuhigende Maßnahmen wie Straßenschwellen gewünscht. Auch dies stößt nicht bei jedermann auf Gegenliebe. Um bei diesem Bauprojekt allen Beteiligten gerecht zu werden, benötigen wir keinen Bürgermeister, sondern einen Zauberer.“ so Bürgermeister Kötter. „Es ist jedoch unser Ziel, eine Umsetzungvariante zu erarbeiten, die möglichst vielen Beteiligten gerecht wird. Aus diesem Grund werden wir die Diskussion nicht scheuen, sondern gemeinsam mit allen Anwohnerinnen und Anwohnern nach einer mehrheitsfähigen Lösung suchen.“ Nach der Bürgerbeteiligung soll das Projekt erneut ausführlich im Bauausschuss und auch im Parlament beraten und letztlich beschlossen werden. Nach den anschließend zu tätigenden Ausschreibungen und weiterer Planungen soll die endgültige Bauausführung dann im Frühjahr 2013 stattfinden.

 


 
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