Leidet Wölfersheim unter Parkplatznot?

Gemeinde startet Gehwegparkaktion

09.06.2010


Sie haben weder „Knautschzone“, Airbag noch Bremse und sind die schwächsten Verkehrsteilnehmer: Die Fußgänger. Allerdings haben sie die Bürgersteige – und dafür, dass diese nicht auch noch von den Autos „in Beschlag“ genommen werden, setzt sich die Gemeinde Wölfersheim ein.

„Parke nicht auf unseren Gehwegen“ heißt die neue Aktion, mit der die Gemeinde Wölfersheim zusammen mit dem gemeinsamen Ordnungsbehördenbezirk der Städte und Gemeinden Wölfersheim, Niddatal, Florstadt, Ranstadt und Reichelsheim mehr Aufmerksamkeit auf die Sicherheit der Fußgänger richten will. Denn was für Autofahrer oft nur ein kleines Stück Bequemlichkeit ist, kann für Passanten einen gefährlichen Umweg bedeuten. Oftmals stellt ein Autofahrer seinen Wagen vor allem deshalb auf einen Gehweg, um den Autoverkehr nicht zu behindern. „Genau das Falsche“, unterstreicht Fachbereichsleier Thorsten Höhne von der Gemeindeverwaltung Wölfersheim: „Die Leute denken nur an den fließenden Verkehr. Aber dass die Mutter mit dem Kinderwagen dann über die Fahrbahn muss – daran denkt keiner.“
Denn gerade die Fußgänger, denen der Gehweg eigentlich am meisten Sicherheit bieten sollte, haben durch solche Falschparker die größten Probleme: Rollstuhlfahrer, Senioren mit Rollatoren oder eben Eltern mit Kinderwagen. Wenn für sie durch verkehrswidrig abgestellte Autos der Weg über den Bürgersteig versperrt ist, bleibt oft nur der Umweg über die Fahrbahn – eine überaus gefährliche „Ausweichstrecke“.
Deshalb will sich die Gemeinde Wölfersheim mit dem gemeinsamen Ordnungsbehördenbezirk in den kommenden Wochen verstärkt für „autofreie Gehwege“ einsetzen. Unter dem Motto „So nicht! – Gehwege sind keine Parkplätze“ werden Ordnungsbeamte Gehwegparker mit einem Info-Zettel auf ihr Fehlverhalten hinweisen.
Darüber hinaus wird das Thema in unseren Kindergärten der Gemeinde Wölfersheim  besprochen werden. Die Vorschulkinder werden, ausgestattet mit den „Info-Zetteln“ das Umfeld der Kindergärten erkunden und, wenn sie auf Gehwegparker stoßen den Zettel unter die Scheibenwischer klemmen und die Umrisse des falsch parkenden Autos mit Kreide auf dem Gehweg markieren und so eine Markierung setzen, die gesehen wird.
Damit werden die Autofahrer darüber informiert, dass das Parken auf Gehwegen nicht nur laut Straßenverkehrsordnung verboten ist, sondern vor allem eine Gefahr für die schwächeren Verkehrsteilnehmer bedeutet. Und nicht nur das: Neben größerer Sicherheit für Fußgänger, Radfahrer, Senioren und Behinderte bedeutet richtiges Parken automatisch auch eine geringere Geschwindigkeit in Wohngebieten und so eine „kostenlose“ Verkehrsberuhigung.
Die Gemeinde Wölfersheim setzt vor allem auf Aufklärung und Zusammenarbeit mit den Autofahrern. „Es ist nicht unser Ziel, Knollen zu verteilen – wir wollen, dass der Gehweg frei bleibt“, unterstreicht Bürgermeister Rouven Kötter. Deshalb werden zunächst einmal die Info-Zettel verteilt. Allerdings: Sollten nach einigen Wochen die Pkw´s immer noch auf dem Bürgersteig geparkt werden, steckt nicht mehr der freundliche Hinweis, sondern ein „Knöllchen“ hinter dem Scheibenwischer. Bei falschem Parken auf Geh- und Radwegen werden die „Übeltäter“ dann mit 15 Euro, falls Fußgänger und Radfahrer durch das Parken sogar behindert werden, mit 25 Euro zur Kasse gebeten.
„Am besten ist es jedoch, wenn es erst gar nicht zu Geldbußen kommen muss, daher appelliere ich an die Einsicht der Autofahrer: Denken Sie an Ihre Mitmenschen und überlassen Sie den Gehweg den schwachen Verkehrsteilnehmern!“ betont Bürgermeister Rouven Kötter: Richtiges Verhalten im Straßenverkehr zahle sich nämlich nicht in erster Linie finanziell aus, sondern durch mehr Sicherheit für alle.

 





 
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