Wie kann man nur einen Gelben Sack im Jahr verbrauchen?

24.02.2020

Im Jahr 2013 hatte Andreas Arnold genug. Der Friedberger entschloss sich, etwas an seinem persönlichen Müllaufkommen zu ändern. Einmal im Monat nahm er sich zum Ziel, etwas in seinem Haushalt zu ändern. Darüber berichtete er regelmäßig in seinem Blog „Plastic Diary“. 75 Blogeinträge wurden es. Dann war der heute 43-jährige am Ziel: Ein Verbrauch von weniger als einem Gelben Sack pro Jahr war erreicht. In wenigen Tagen ist er mit einem kostenlosen Workshop zu Gast im Bürgerbüro des Rathauses. Die Teilnehmer können dabei selbst erfahren, wie sie Plastikmüll vermeiden können.

 

Genug war Arnold der Verbrauch von weniger als einem Gelben Sack pro Jahr immer noch nicht. „Ich packe die Sache sportlich an“, sagt der Vater von zwei Kindern. Auch andere Bereiche seiner Lebenswirklichkeit prüfte er auf ihre ökologische Auswirkung und wie weit er gehen konnte, ohne den Verzicht negativ zu empfinden. Er stellte seine Ernährung um, begann nicht nur kritisch zu konsumieren, sondern prüfte auch seinen Besitz auf Notwendigkeit. Weniger als ein Siebtel dessen, was ein deutscher Bundesbürger sein Eigen nennt, findet man heute bei Arnold. Selbst seinen Kühlschrank hat er ausgeschaltet und ist zu althergebrachten Methoden der Haltbarmachung zurückgekehrt. Den Verzicht spürt er bis heute nicht, eher einen Wohlstandsrückbau, sagt er, doch der Wohlstand, der verbleibt, liegt noch immer weit über dem, was dem Großteil der Weltbevölkerung zukommt. Im Durchschnitt verbraucht ein Bundesbürger so viele Ressourcen, dass der Tag an dem die uns zustehenden Rohstoffe des Jahres zu Lasten nachfolgender Generationen verbraucht sind, für Deutschland zuletzt bereits auf den 2. Mai gefallen war und Jahr für Jahr immer früher datiert. Lebten alle so wie die Bürgerinnen und Bürger in Deutschland, bräuchte es drei Erden. Mit Arnolds Konsumverhalten wäre es weniger als eine Erde, zuletzt 0,8. Wie er das macht, erläutert und zeigt er seit Jahren humorvoll und informativ in Vorträgen und Workshops.
In seinen Vorträgen berichtet er über seine Motivation und wie es dazu kam, dass er sich entschloss, sein Leben von Grund auf zu ändern. Er führt die Zuschauerinnen und Zuschauer, völlig frei von erhobenem Zeigefinger, in Gedanken durch seine Wohnung, zeigt, was er geändert hat und wie es ihm dabei erging. Dadurch macht er jede seiner Entscheidungen nicht nur nachvollziehbar, sondern auch nachahmbar. In seinen Workshops gibt er Tipps und stellt gemeinsam mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern plastikfreie und müllreduzierte Hilfsmittel des täglichen Bedarfs wie Deos, Zahnputzpulver, Reinigungsmittel oder Waschpulver her. Seine Workshops umfassen die Themenkomplexe Drogerieartikel, Pflegeprodukte und Ernährung.
Am 2. März ist Arnold zu Gast im Bürgerbüro des Rathauses. Der Vortrag beginnt um 20.00 Uhr. Die Teilnahme ist kostenfrei und eine Anmeldung ist nicht erforderlich. "Schon mit kleinen Umstellungen kann man seinen Plastikverbrauch deutlich reduzieren. Ich kenne und schätze Andreas Arnold seit Jahren und habe einige der Tipps von ihm berücksichtigt und konnte die Anzahl Gelber Säcke unserer Familie deutlich reduzieren. Es freut mich deshalb sehr, dass er mit einem Workshop bei uns im Bürgerbüro zu Gast ist." freut sich Bürgermeister Eike See. Auch im Anschluss steht Arnold für Nachfragen und Hilfestellungen zur Verfügung. Sein Blog ist unter www.andreas-arnold.net zu finden.

 



 
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