Umweltbriefe
Die Zeitschrift „Umweltbriefe“ informiert seine Leser regelmäßig über Trends und Perspektiven aus dem Umweltbereich. In der Rubrik „Bürgerinfo“ erscheinen in jeder Ausgabe Tipps zu aktuellen Umweltthemen. Eine Auswahl dieser Berichte stellen wir Ihnen an dieser Stelle zur Verfügung. Autoren der Beiträge: Tim Bartels/Hartmut Netz.

Energiesparen im Haushalt, Teil 49: Graue Energie Versteckt, bevor's losgeht
Leben wir in einer Wegwerfgesellschaft? Indizien deuten darauf hin:Zu oft werden zu Bruch gegangene Dingedurch neue ersetzt, weil eine Reparatur vermeintlich nicht mehr lohnt; oder, wie im Fall eines noch funktionstüchtigen Handys oder Computers, weil der Hersteller ein neues Modell anbietet. Das ist Ressourcenverschwendung, keine Frage.Doch manchmal kann es auch umweltschonend sein, ein funktionierendes Elektrogerät durch ein neues zu ersetzen.

Kühl- und Gefriergeräte sind Lebensabschnittspartner, die oft 10 oder 15
Jahre im Hause bleiben. Zudem sind sie stromhungrige Dauerläufer, die sich 24
Stunden pro Tag an 365 Tagen im Jahr abrackern. Wer beim Neukauf nur auf
den Anschaffungspreis schielt, zahlt deshalb kräftig drauf. Scheinbare Schnäppchen,
die vermeintlich nur geringfügig mehr Strom verbrauchen als ein teures Gerät,
entpuppen sich langfristig als Belastung für die Haushaltskasse.

Einfrieren ist eine der bequemsten Möglichkeiten, Lebensmittel langfristig haltbar zu machen. Frostige Minusgrade halten die Vorräte im Kälteschlaf, Vitamine und Aroma bleiben erhalten. Doch das hat seinen Preis: Eisschrank und Gefriertruhe leiden unter unstillbarem Energiehunger. Beim Neukauf lohnt es sich, auf geringen Stromverbrauch zu achten.

Der Kühlschrank gilt als beliebtestes Elektrogerät der Deutschen, noch vor dem Fernseher. Niemand will so weit gehen wie Tübingens OB Boris Palmer, bei dem das stromfressende Gerät jahrelang aus blieb. In der Regel ist ein Leben ohne Kühlschrank unvorstellbar. Längst gibt es ja auch hocheffiziente und sparsame Geräte mit einer Vielzahl von Funktionen, die helfen, das Reinigen zu erleichtern und die Lagerung zu optimieren.

Schon in der Antike wurde gekühlt. Damals lagerten die Lebensmittel in Eiskellern, für die man Eisblöcke aus den Bergen heranschaffte. Erst Anfang des 20. Jahrhunderts kamen die ersten Kühlschränke auf den Markt, die Ende der 60er schließlich zum Standard in deutschen Haushalten wurden – und zum Stromfresser Nummer eins. Kleine Tricks helfen da, den Stromhunger der Geräte einzudämmen.

Kühlschrank und Gefriertruhe verschlingen im bundesweiten Schnitt ein Fünftel des Haushaltsstroms. Doch wieviel Energie das eigene Gerät wirklich schluckt, hat jeder selbst in der Hand. Denn je mehr Wärme hineingelangt, desto höher der Energieaufwand, sie wieder hinauszubefördern. Schließlich muss die gewählte Kühltemperatur gehalten werden. Diese Logik schafft genug Spielraum, um Strom
und Geld zu sparen.

Sobald die Temperaturen steigen, werden in Parks, Gärten und auf dem Balkon die Grills angeworfen. Grillen gehört zur warmen Jahreszeit wie das Eis in der Waffel. 60 Prozent der Deutschen grillten mindestens einmal pro Jahr, ermittelte der Energieversorger Lichtblick. Die Umwelt gerät dabei jedoch zu oft ins Hintertreffen. Zurück bleiben Müll, Scherben und ein Haufen Asche. Dabei wäre es ein Leichtes, die Umweltbilanz des Grillvergnügenszu verbessern.

Eine auf Wohlfühltemperatur geheizte Wohnung schluckt über zwei Drittel der im Haushalt verbrauchten Energie. Entsprechend groß ist das Sparpotenzial. Doch als Mieter hat man in der Regel keinen Zugriff auf die Heizungsanlage im Keller, was die Möglichkeiten der Einflussnahme und des Energiesparens einschränkt. Trotzdem sind Mietern die Hände nicht völlig gebunden. Wer ein paar Grundregeln beachtet, kann den Wärmeverbrauch seiner Wohnung mit wenig Aufwand um ein Fünftel senken.

Wie viel Benzin das eigene Auto schluckt, wissen die meisten. Was die eigene Wohnung jedoch an Energie verbraucht, können nur wenige sagen. Es ist ein gewaltiger Batzen: Ein Drittel des gesamten Energieverbrauchs in Deutschland
wird nämlich allein für Heizung und warmes Wasser aufgewendet, treffender:
verschwendet. Denn von den 18 Millionen Wohngebäuden in Deutschland sind zwei
Drittel energetisch sanierungsbedürftig. Rund 75 Prozent der Heizungsanlagen
im Gebäudebestand sind nicht auf dem Stand der Technik. Vom Frühjahr 2014 an
sollen nun auch beim Verkauf von Häusern Energieverbrauchsklassen gelten.
Abzulesen auf dem Energieausweis.

Ob Nachtspeicherheizung oder Warmwasser: Mit Strom Wärme zu erzeugen,
ist teuer – und vor allem klimaschädlich. Denn das führt im Vergleich zur Öl- oder Gasheizung zu einem wesentlich höheren CO2-Ausstoß. Drei Prozent der gesamten Klimagasemissionen Deutschlands gehen allein aufs Konto der knapp anderthalb Millionen Stromspeicherheizungen. Deren Austausch könnte auf einen Schlag 23 Mio. t CO2 pro Jahr vermeiden.

Durchschnittlich 122 Liter Trinkwasser entnehmen wir pro Tag und Person aus (Wasch-)Küche, Bad und WC. Was uns der Wasserzähler da jährlich abrechnet, ist allerdings nur ein Bruchteil dessen, was wir tatsächlich an Süßwasser verbrauchen. Rechnet man nämlich diejenige Menge hinzu, die für Erzeugung und Transport unserer genutzten Waren benötigt werden, kommt jeder Deutsche auf 4 230 Liter täglich.

Industrielle Tierzüchter nehmen zwar für sich in Anspruch, immer weniger Land zu nutzen, weil sie zunehmend mehr Tiere in überfüllte Ställe pferchen. Doch was sie nicht erwähnen: Um das liebe Vieh zu mästen, werden riesige Flächen zum Anbau ihres Futtermittels benötigt – überwiegend jenseits der eigenen Hofgrenzen. Fast 60 Prozent der für den europäischen Konsum genutzten Äcker liegen außerhalb der EU. „Beanspruchen wir mehr Fläche, als uns eigentlich zusteht?“, fragt die Umweltstiftung World Wide Fund For Nature(WWF) und hat mal genauer hingeguckt.

Unser gewaltiger Hunger nach Fleisch wirkt sich negativ auf den weltweiten Wasserverbrauch, die Biodiversität, die Gesundheit und den Flächenverbrauch im Ausland aus. Zudem schädigt die ausufernde globale Viehwirtschaft das Klima. Doch verzichten muss man deshalb auf das wertvolle Lebensmittel nicht. Um dem Verbraucher die Wahl des „richtigen und besseren“ Fleisches leichter zu machen,
hat die Umweltstiftung World Wide Fund for Nature (WWF) erstmals einen Einkaufsratgeber entwickelt.

Der beste Abfall ist derjenige, der keiner mehr ist, sondern wiederverwendbares Material. Doch noch besser ist Material, das gar nicht erst anfällt. Eine Botschaft, die leicht gesagt ist. Denn wenn man sich vor Augen führt, wieviel Abfall man täglich produziert – Essensreste, Plastikmüll beim Auspacken aller erdenklichen Konsumgüter, Altpapier, Altmedikamente, Altkleider, Altbatterien, Altgeräte und Elektroschrott – erscheint Abfallvermeidung (Reduce) ein unmögliches Unterfangen.

Es ist eine Webseite, die hierzulande immer noch viel zu wenig Menschen kennen: www.die-stromsparinitiative.de. Auf dem Portal erhalten Privathaushalte Stromspartipps. Interaktiv können Verbraucher hier kontrollieren, wie hoch ihr
Verbrauch im Vergleich ist und wo sie möglicherweise sparen können. Zudem
bietet die Seite eine Suche nach einer persönlichen Energieberatung vor Ort.
 
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