Fragen aus der Bürgerversammlung zum Bau des REWE Logistikzentrums
Im Rahmen der Bürgerversammlung zum Bau des REWE Logistikzentrums bestand die Möglichkeit, Fragen an einem der Infostände direkt an Experten zu richten oder diese mit Namen oder annonym in eine Infobox einzuwerfen. Soweit die Kontaktdaten hinterlegt waren, werden die Fragesteller direkt informiert. Auf diesen Seiten finden Sie eine Übersicht aller gestellter Fragen aus der Infobox.

Weitere Fragen können Sie gerne jederzeit per Mail an rathaus@woelfersheim.de senden.

 

 

 

Frage

Antwort

Warum konnten keine Fragen im Saal vor allen Anwesenden gestellt werden?

Man hat sich bewusst gegen eine große Fragerunde entschieden, da so nur wenige Bürger ihre Fragen hätten stellen können bzw. sich nicht getraut hätten, vor so vielen Personen ihre Frage am Mikrofon zu stellen. Die Möglichkeit, an sieben Informationsständen bei über 20 Experten eine Frage zu stellen, wurde als besser angesehen, da auf diese Art mehr Fragen beantwortet werden konnten.

Die Abbiegespur/Kreuzung muss ein Kreisverkehr werden. Warum? Warum nicht!

Die beiden Autobahnauf- und –abfahrten sind bereits heute in den Spitzenstunden überlastet. Die Ampeln werden zukünftig helfen, die schweren Unfälle der letzten Jahre zu vermeiden. Es gab in den letzten 3 Jahren 27 Unfälle mit 21 Leichtverletzen, 3 Schwerverletzten und einem Sachschaden von 1.450.000€.

Laut Hessen Mobil ist es aus Gründen des Verkehrsflusses nicht möglich, so nah an den beiden Lichtsignalanlagen einen Kreisverkehrsplatz zu planen, da von diesen aus der Verkehr ungehindert Richtung Autobahn abfließen kann. Langjährige Erfahrungen zeigen, dass der Verkehrsfluss durch das Hintereinanderschalten von drei Lichtsignalanlagen besser gewährleistet werden kann, als eine Kombination aus Kreisverkehr und Lichtsignalanlage.

Laut Presse sollen 500 Arbeitsplätze entstehen. Diese nicht hochwertigen Arbeitsplätze werden aber doch nur verlagert. Soll dieses Arguement wirklich zählen? Fallen durch die Automatisierung nicht Jobs weg?

Die Erfahrung bei anderen Ansiedlungen hat gezeigt, dass mit der Zeit immer mehr Menschen vor Ort in den Unternehmen arbeiten. Das kann man bei fast allen großen Gewerbebetrieben in der Gemeinde beobachten. Vor diesem Hintergrund bietet das Projekt die Chance, Arbeitsplätze für Menschen vor Ort zu schaffen, die dann weniger weite Wege in Anspruch nehmen müssen. Die von REWE zugesagte Zahl liegt bei 550 Arbeitsplätzen und 20 Ausbildungsplätzen. Durch die Automatisierung werden die Arbeitsplätze aufgewertet, und es entstehen hochqualifizierte Jobs.

Gibt es schon einen alternativen Platz für den Modellflugverein, der momentan auf dem REWE-Gelände beheimatet ist?

Die Gemeinde engagiert sich dafür, dass der Modellflugverein möglichst bald einen neuen Standort findet. Hierzu haben bereits mehrere Gespräche mit Fachbehörden stattgefunden, die für die Genehmigung zuständig sind. Es werden derzeit schon konkrete Flächen geprüft.

Der Mutterboden soll auf umliegende Felder verteilt werden. Dies wird als „Bodenverbesserung“ dargestellt. Der Verlust von 30 ha ist allerdings trotzdem ein 100 % Verlust! Sauerstoffbildung, Grundwasserneubildung, Erzeugung von Nahrung usw. fallen auf 30 ha völlig weg. Wie bewertet die Gemeinde diesen Verlust?

Der Verlust von 1% der Wölfersheimer Ackerfläche ist gegeben. Mit der geplanten Verbringung des wertvollen Mutterbodens auf schlechtere Böden in Wölfersheim kann zumindest ein Stück weit dieser Nachteil ausgeglichen werden. Dies ist auch eine Forderung der Landwirte vor Ort und wird von den beteiligten Behörden des Wetteraukreises und der Gemeinde unterstützt.

Das neue Gelände ist ungefähr so groß wie das restl. Gewerbegebiet Berstadt. Wie hoch sind die erwarteten Steuereinnahmen pro m² Bodenverbrauch?

Die einmaligen Einnahmen aus dem Verkauf des Grundstückes werden im einstelligen Millionenbereich liegen. Die wiederkehrenden Einnahmen aus der Grundsteuer B und der Gewerbesteuer werden im sechsstelligen Bereich liegen.

Warum weigert sich die Gemeinde, Zahlen zu den erwarteten Einnahmen für dieses Projekt zu nennen?

Da momentan diese Zahlen noch nicht genau beziffert werden können. Dies kann erst geschehen, wenn die Infrastruktur (Wasserleitungen, Kanal. etc.) bezahlt wurden. Die Einnahmen sind für unsere Gemeinde in einer Größenordnung von erheblicher Dimension und können eins zu eins in die Gemeinde investiert werden und entlasten somit jede Privatperson.

Was passiert mit der restlichen Fläche? Ist das der Startschuss für die nächste Gewerbeansiedlung (evtl. auch erst in 10 – 20 Jahren)?

Der regionale Flächennutzungsplan wird um 30 Hektar erweitert. Diese 30 Hektar werden durch REWE in Anspruch genommen. Eine Erweiterung ist somit auf Wölfersheimer Gemarkung im Laufe der nächsten Jahre nicht möglich. Wie sich der Standort in 10 bis 20 Jahren entwickeln wird, ist momentan nicht seriös abschätzbar.

Die Abfindung landwirtschaftlicher Betriebe mit Ackerland ist momentan mangels Flächen nicht möglich. Wie will die Gemeinde das Defizit ausgleichen?

Den betroffenen landwirtschaftlichen Betrieben werden Ersatzflächen in Form von Pachtflächen langfristig zur Verfügung gestellt. Sollte dies nicht gelingen, muss im Rahmen eines Gutachtens der Schaden festgestellt und finanziell ausgeglichen werden.

Um wieviel größer ist die Lagerkapazität des neuen Lagers im Vergleich zu den beiden Lägern in Hungen und Rosbach?

Das Lager in Hungen aus dem Jahr 1964 hat eine Kapazität von 41.440m². Das Lager in Rosbach aus dem Jahr 1974 hat eine Kapazität von 21.800m². Dies sind zusammen 63.240m². Das neue Lager darf laut Bebauungsplan maximal 109.000m² groß werden.

Wie hoch ist die Einsparung von Trinkwasser im Vergleich zu den beiden alten Lägern?

Der Trinkwasserverbrauch sinkt um 55 Prozent.

Warum findet die Entwässerung unter der Autobahn und nicht über das Wölfersheimer Seengebiet, das Frischwasser benötigt, statt?

Weil durch die vorhandene Höhenentwicklung eine Ableitung des Regenwassers in Richtung der Wölfersheimer Seen im sogenannten Freispiegelgefälle nicht möglich ist.

30ha Ackerland werden der Nahrungskultur entzogen. Das Logistikzentrum verteilt Nahrungsmittel. Wurde bereits anderweitig z. B. in Afrika oder Südamerika Land erworben, um den Verlust zu kompensieren?

Nein, es wurde kein Land in Afrika erworben. In der Gemeinde Wölfersheim gibt es 2.985 Hektar Ackerland. Nach Fertigstellung des REWE-Geländes werden wir noch über 2.955 Hektar Ackerland verfügen. Es werden auch derzeit nicht auf 30 Hektar Nahrungsmittel angepflanzt. Auf dem Gelände befindet sich ein Modellflugplatz, zahlreiche Feldwege, ein Rosenfeld und Felder mit Mais für die Biogasanlage.

Warum wird keine Expertise über die Schadstoffausstöße und die Umweltbelastung durch die Lkw in Auftrag gegeben?

Wie will man die Schadstoffe abbauen/umwandeln?

Die aktuellen Logistikverkehre finden momentan auch schon in der Region statt. Momentan pendeln LKWs zwischen den Lägern in Hungen und Rosbach. Dieser Pendelverkehr entfällt in Zukunft und wird durch den Zu- und Ablieferverkehr auf das REWE-Gelände ersetzt.

Wieviel zusätzliches „Grün“ wird angepflanzt?

Auf ca. 5 Hektar wird „Grün“ angepflanzt. Zusätzlich werden in der Horloffaue (Gemarkung Berstadt) weitere Flächen in Abstimmung mit den Naturschutzbehörden gestaltet und bewirtschaftet.

Wird der angrenzende Waschbach überlastet?

Nein. REWE wird ein 5.000m³ großes Rückhaltebecken auf dem Gelände errichten. Zusätzlich kann das Regenwasser in den Rohrleitungen gestaut und dosiert in den Waschbach eingeleitet werden.

Wie werden die anliegenden Ortschaften durch den Verkehr stärker belastet?

An Berstadt werden in Zukunft weniger REWE-Fahrzeuge vorbeifahren als dies jetzt der Fall ist, da nicht mehr zwischen den Lägern Rosbach und Hungen gependelt wird. Der Verkehr in Echzell wird gleich bleiben, da keine LKW-Fahrer freiwillig über die engen Ortschaften fahren. Der Verkehr durch Wölfersheim wird durch den Wegfall des Pendelverkehrs nicht zunehmen, aber auch nicht abnehmen. Die direkte Autobahnanbindung und die Einführung der Maut auf Bundesstraßen ist hier sehr hilfreich.

 

 
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